Mittwoch, August 08, 2012

Schlaflos.

Manchmal kann ich nicht schlafen. Dann komme ich auf Ideen wie T-Shirts mit der Schere bearbeiten, meine Haare mit der Schere bearbeiten (Sommer 2010), das Zimmer umräumen oder einen Wordpressblog aufsetzen. Das habe ich eben getan. Er ist recht leer, füllt sich aber hoffentlich sehr schnell.
idgafaymusikgeschmack wird wohl in den nächsten Wochen erstmal ruhen. Was dann passiert, sehe ich dann.

Also. Konfetti, Luftschlangen und einen Tusch für goethalss.wordpress.com

Als ich losfuhr um Soléy zu sehen....

Erster Versuch: Siebter Juni, Wiesbaden. Soléy und Sin Fang. Auf Sin Fang hatte absolut keine Lust, auf Soléy dafür umso mehr. Auch wenn sie nur Support war. (Das ich für auch allein für Supports auf Konzerte fahre sollte seit La Dispute klar sein...)
Nungut. Die Fahrt nach Wiesbaden wurde also auf sich genommen und am Eingang des Schlachthofs hing ein Schild: Soléy fällt wegen Krankheit aus. Super. Passiert ja mal.. aber warum genau an diesem Tag?
Sin Fang wurden trotzdem angehört und sie überzeugten mich nicht. Immerhin war es ein Abend ohne Trash TV und das ist schon mal gut.

Zweiter Versuch: Siebter August, Offenbach. Soléy im Hafen 2. In Offenbach. Ja, Offenbach (Frankfurter verstehen das). Das Rad wurde also gesattelt, zwanzig Minuten malerischer Radweg auf sich genommen und darauf gehofft, dass nicht viele Menschen von diesem umsonstigen Konzert mitbekommen haben. Haben sie allerdings blöderweise doch.
Nun stelle man sich das Café des Hafen 2 einmal vor. Es ist relativ offen nach außen hin; eine riesige Tür, innen eigentlich auch viel Platz und auf jeden Fall mit der richtigen Lautstärke auch laut genug um die Meute vor dem Gebäude zu unterhalten (über die Anlage ging das schließlich auch). Es hieß sogar, hey! Bei gutem Wetter findet das Ganze draußen statt! Die Sonne schien tapfer durch ein paar Wolken, es war trocken, das Set war im Innenraum aufgebaut.
Scheinbar hofften die Hafen 2 Menschen auch, dass recht wenige Leute ihrem Lockruf folgten. Tja, falsch gehofft. Der Laden war proppevoll. Zehn Minuten um an die Theke zu kommen, zehn Weitere um vor dem Klo anzustehen. Das Konzert wurde also kurzerhand verlegt. Nein, natürlich nicht nach draußen. In den Konzertraum, der laut Hafen 2 Typi Aussage dreihundert Personen schlucken kann. Kann er bestimmt auch. Blöd nur wenn man als Person dreihundertdreizehn vor der Tür zum Konzertraum steht und die Anlagenmusik aus dem Café hört anstatt Soléy.

Wir lernen: Irgendeine fiese, böse, aquamarinblaue Macht möchte nicht, dass ich Soléy live sehe. Tatsächlich habe ich sie noch nicht einmal sehen können von meinem Platz in der allerallerallerletzten Reihe.

Dafür geht es nächste Woche ein weiteres Mal nach Offenbach (ja, Offenbach). Listener spielen. Und die sind hoffentlich für alle Rhein-Main Hipster so uninteressant, dass ich allein dort stehe.


Soléy. Trostauftritt aus einem anderen Ort.

Dienstag, August 07, 2012

Family Tree.

Das Neue von den Evening Hymns. Hach.



Und am 19.09. seh ich sie dann auch endlich mal live.

Sonntag, Juli 22, 2012

Erste Schritte..

.. sind ja schon für Kinder irgendwie blöd. Da rafft man sich mühsam vom Boden auf weil man irgendetwas sieht, was man haben / ansabbern / anpacken / anschauen muss, überwindet sich, den nächsten Schritt zum Krabbeln zu tun und ZACK! liegt man auf der Nase. Bei mir war es Weihnachten '88. Mein Geburtstag. Bescherung um genau zu sein. Klein Sabrina wollte unbedingt zum Schaukelpferd, das da unter dem Baum stand. Unter den Blicken der verzückten Familie raffte ich mich also auf, fixierte mein Ziel und lag nicht viel später wieder auf dem Boden. Irgendwie bekomme ich das mittlerweile mit dem Laufen aber auch schon ganz gut hin.
Ich glaube, wenn man die ersten Schritte erst einmal geschafft hat, kann einen eigentlich nichts mehr aufhalten. Es gibt auch Beweisfotos, wie ich auf dem Schaukelpferd sitze, irgendwie muss ich da ja hingekommen sein... Das Dingen an ersten Schritten ist das Aufraffen, finde ich. Da ist etwas, das man haben / ansabbern / anpacken / anschauen muss und muss es irgendwie schaffen, den Pöbbes hochzukriegen. Und trotz des inneren "Ich will das jetzt aber!" passiert nichts. Wahrscheinlich oftmals aus Angst, wieder wie als Kind auf die Nase zu fallen.
Ich habe diese Zurückhaltung leider viel häufiger als es mir lieb ist. Denn auch wenn man mir "Schüchtern?! Das ist jetzt echt das letzte, woran ich bei dir denken würd" nachsagt, irgendwie gibt es in mir recht viele Blockaden, die erste Schritte häufig unmöglich machen. Ich möchte nicht wissen, wie viele Gelegenheiten (in welcher Hinsicht auch immer) mir durch die Lappen gingen, weil ich es einfach nicht geschafft habe, mich auf die Knie zu setzen und dann hochzustemmen. Ganz sicher waren es einige. Viel zu viele um genau zu sein.
Meine Mutter sagt immer: "Mehr als Nein sagen, könnense nicht." Stimmt eigentlich. Vielleicht sollte man sich das beim nächsten ersten Schritt einfach mal in den Kopf rufen.

Donnerstag, Juli 19, 2012

Veränderung.

Gestern saß ich mit einem Freund am Main und wir diskutierten darüber, ob mir ein Septum stehen könnte (für die, die das erst googlen müssten: ein quasi Bullenring-Piercing. Für mich natürlich nur in miniklein). Er sagte nein. Herzmenschin1 und Herzmenschin2, die beide nicht dabei waren aber schon im Vorfeld konsultiert wurden meinten einstimmig "JAAAAA! MACH DAS EY!".
Nach der Septumdiskussion kam mal wieder das Thema Tattoos auf den Tisch. Ich will unbedingt ein, zwei, achtzehn neue. Er versteht das nicht.
Körperhickhack hin und her - Leichtere Kost: Ich will mir mal wieder die Haare färben. Heller oder dunkler oder ach, egal. Hauptsache anders. Ich könnt sie aber auch erstmal was wachsen lassen oder och, ich weiß auch nicht. Vielleicht geh ich auch einfach ne Runde neue Klamotten kaufen oder so.

Heute sah ich ein aktuelles Foto von einem sehr guten Freund. Er hat keinen Bart mehr. Obwohl er hallohallo sehr gut damit aussah. Capslock an: Warum???? Seine Antwort: Ich brauchte Veränderung. Hah! Also auch! Es geht nicht nur mir so.

Aber was ist da los? Warum langweilt einen das eigene Spiegelbild so sehr? Oder ist es das gar nicht sondern eher das Große und Ganze? Ich kann es für mich leider nicht beantworten. Die Geschichte mit dem Ring durch die Nase ist noch nicht ausgesessen, nächsten Monat folgt der Weg zum Tattoomenschen. Die Haare bleiben wie sie sind und mein Kleiderschrank wird vielleicht wachsen.

Eine kleine Veränderung jedoch: Es gibt statt Müsli oder Käsebrot heute einen Kuchen zum Abendbrot. Man fängt ja klein an.

Purity Ring auf NPR First Listen

Hübsch ist es.
Hier ist es.

Dienstag, Juli 17, 2012

Kimya Dawson.

Kimya Dawson hat gestern in der Frankfurter Brotfabrik gesungen. Und naaa, wer hatte Gästelistenplätze?? Jop, ich (hier bitte vorstellen, wie ich durchs Büro tanzte. Zum Unverständnis der Kollegen).
Nungut. Wie geht man damit um, in einer Stadt zu sein in der keine der kimyaliebenden Musiknerdfreundinnen lebt? Man schnappt sich einen guten Freund und nimmt ihn einfach mit (auf sein Angebot hin, aber das muss ja keiner wissen...).
Also. Mit einem großen Glas Äppler gings in die Brotfabrik, Pablo Das stand auf der Bühne. Nein, erst einmal stand da ein nicht gerade schlecht aussehender Typ mit Jeansweste und Ukulele. Mit Ukulele und einer Stimme! Hallohallo! Ich muss schon zugeben, dass er mich mit dem ersten gehörten Lied schon gewonnen hatte. Nach dem zweiten wurd dann die CD gekauft und weiterhin rumhachend zugehört.

Dann Kimya. Und als hätte ich sie nicht vorher schon musikalisch sehr gemocht: Seit gestern bin ich offiziell in sie verliebt! Kimya Dawson ist das bezauberndste, goldigste, mit dem größten Herz ausgestattetste Wesen, das ich jemals getroffen habe. Und ja, ich habe sie getroffen und kurz mit ihr geredet und wir haben zwei Knuddelattacken hinter uns gebracht. Hach. Und das war sie erst als Person....
Auf der Bühne ist sie nämlich auch das goldigste und wunderbarste und hachigste Persönchen. Ich weiß nicht, ob ich Leser habe. Ich weiß nicht, ob einer von ihnen je Kimya Dawson gehört hat. Ich möchte allerdings, dass falls es so weit ist, alle mal hübsch auf die Texte achten. Die haben nämlich mehr Aussage als ein Jahr Radiomusik am Stück. Und das Schönste daran ist: all ihre Lieder kommen aus irgendeiner Ecke ihres Lebens und auch ihres Herzens, was man merkt wenn man ihr zwischen den Liedern beim Reden zuhört (kann man aber auch ein bisschen auf Youtube nachkonstruieren).
Gespielt hat sie Lieder von all ihren Alben, kreuz, quer und wieder zurück. Ja, auch Tire Swing, das der geneigte Juno-Zuschauer kennt. Und The Beer, einen meiner Favoriten. Wobei ich das Lied grundsätzlich immer alkoholverherrlichend verstanden habe. Gestern haben mich die Silver Pink Ponies allerdings vom Gegenteil überzeugen können. Diese Ponies waren übrigens allgegenwärtig. Was es mit ihnen auf sich hat muss man von Kimya selbst hören.

Generell muss man sie selbst mal hören. Jajaja. Und einen guten Freund mitnehmen. Weil man diese Ereignisse am Besten mit Freunden teilen kann. Und weil während einer Kimya Dawson Show klar wird, wie wichtig Freunde sind.

In dem Sinne.
And if home is really where the heart is, then we're the smartest kids I know

Pablo Das. The Five Reflections.


Jaja, in dem Video redet er. Aber das ist gut. Übrigens ist er schwul. Enttäuschender Moment für die 90% Ladies in der Brotfabrik...

Kimya Dawson. The Beer.